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Gamshurst Aktuell

Deutsch-Japanisches Freundschaftskonzert am 7. Februar 2009

Bereits zum zweiten Mal durfte der Sängerbund Gamshurst den gemischten Chor aus Ryugasaki in Japan zu einem deutsch-japanischen Freundschaftskonzert in der Pfarrkirche St. Nikolaus begrüßen.

2003 gratulierten die japanischen Gäste dem Gamshurster Chor zum 125jährigen Jubiläum, und hatten den großen Wunsch, bei ihrer diesjährigen zweiten Deutschlandtournee erneut Station in Gamshurst zu machen.

Zweisprachigkeit zog sich durch den ganzen Abend: Hans Denk vom Sängerbund Gamshurst, der dieses Konzert organisiert hatte, begrüßte die Gäste sowohl in deutscher als auch japanischer Sprache.

Schon lange hatte Hans Denk keinen Solo-Auftritt mehr in Gamshurst und freute sich daher besonders, wieder gemeinsam mit den Vereinen im Dorf zu singen.

Im Verlauf des Konzertes sollten sowohl die Gäste aus dem "Land der aufgehenden Sonne" in deutscher als auch die Gamshurster Sängerinnen und Sänger in japanischer Sprache singen - eine Besonderheit die es so bislang noch nicht gab.

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Das gemeinsame Eröffnungslied "Ich lobe meinen Gott" wurde von der vierköpfigen Instrumentalgruppe Sigi Grindler (Gitarre), Frank Weiß (Schlagzeug), Ulrike Grindler (Saxophon) und Christian Bahls (Bass) begleitet.

Den ersten Konzertblock, ebenfalls mit Instrumentalbegleitung, bot der Gamshurster Sängerbund mit den drei geistlichen Stücken "Gottes Liebe ist wie die Sonne", "Liebe ist nicht nur ein Wort" und "Singt dem Herrn" unter der Leitung von Manuela Weiß.

Es folgte der Gastchor aus Ryugasaki unter der Leitung von Joichi Adachi, der nach einem Anfangsthema von Rentaro Taki drei Stücke von Johannes Brahms in deutscher Sprache intonierte: "Oh schöne Nacht", "Sehnsucht" und "Wie lieblich sind deine Wohnungen".

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Im Soloteil brillierte Bariton Hans Denk, begleitet von den Solistinnen Isolde Allgeier, Traudel Schanz und Manuela Weiß mit "Jesus bleibet meine Freude" von Johann-Sebastian Bach, der alpenländlichen Weise "Du großer Gott" und dem lateinischen "Panis Angelicus" von Cäsar Franck. Am Flügel begleitete Franz-Xaver Neufeld diesen Konzertblock.

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Mit der vierstimmigen japanischen Volksweise Ibaraki-Jyunrai eröffnete der japanische Gastchor den zweiten Teil seines Auftritts, begleitet durch die Soloflötistin Brigitte Sauer und Konzertpianistin Tomoko Ohata. Für sie wurde eigens ein Steinway-Flügel aus Freiburg für das Konzert nach Gamshurst gebracht.

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Drei weitere japanische Stücke trugen übersetzt die Titel "Nach der Trauer", "Glauben" und "Gebet für den Frieden".

Unter Leitung von Laurent Charenton interpretierte der Projektchor des Kirchenchors St. Nikolaus Gamshurst die Stücke "Jauchzet dem Herrn", das englische "The Lord bless you" und "Exultate Deo" von Alessandro Scarlatti. Begleitet wurde der Projektchor vom Bläserquartett Jonas Huck und Pius Ganter (Trompete), Valeria Abs (Horn) und Alexander Abs (Posaune).

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Ein sichtbares Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaft setzte der Auftritt des Gemischten Chors Ryugasaki mit dem Sängerbund Gamshurst. Zusammen sang man das japanische "Akatonbo" von Kosaka Yamada sowie das "Heidenröslein" (Franz Schubert / G. Wind) und "Guten Abend, gut Nacht" (Johannes Brahms / G. Wind).

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Mit dem gemeinsamen Finale "Nun danket alle Gott" aller Sänger, Instrumentalisten und Gäste wurde das Freundschaftskonzert in der Gamshurster Kirche beschlossen.

Dass die Mühen der Vorbereitung und Organisation sich für die Aktiven des Abends gelohnt hatten, bewies sich durch stehende Ovationen der Besucher: ein außergewöhnlicher und rundum gelungener Konzertabend.

Im Anschluss trafen sich die Aktiven des Abends in der Gamshurster Festhalle zu einem Empfang.

Ortsvorsteher Hans Jürgen Morgenstern betonte in seiner Begrüßung, dass Musik Kulturen verbinde, Freundschaften schaffe und einen Schlüssel zum friedvollen Miteinander darstelle. Zur Erinnerung überreichte er einen Zinnteller mit Gravur und einem Motiv der Gamshurster Pfarrkirche.

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Kunio Arai Präsident, des Chors, übergab dem Ortsvorsteher einen Brief des Bürgermeisters von Ryugasaki und Gastgeschenke. Zur Überraschung aller hielt er den ersten Teil seiner Begrüßungsrede in deutscher Sprache.

Für die anstehende Innenrenovation der Kirche durfte Josef Schell, Vorsitzender des Kirchenchors, eine Spende des japanischen Chors in Empfang nehmen. Man erinnerte sich, dass beim letzten Konzert die Kirchendecke noch weiß gestrichen war - dieses Mal konnte man sich an den freigelegten Deckengemälden erfreuen.

Beim Austausch von Gastgeschenken beider Chöre erhielten die Japaner eine handgestickte Wappenkombination aus deutscher und japanischer Flagge mit dem Gamshurster Ortswappen - und zur Erinnerung jeder der Beteiligten dieses Abends eine Miniatur dieses Symbols als Anstecknadel.

Man würde sich freuen, nun auch einmal den Gamshurster Chor in Ryugasaki begrüßen zu dürfen und diese gewonnene Freundschaft in Japan zu erwidern.

Eine besondere musikalische Überraschung gab es noch für Organisator Hans Denk: hatten die Japaner doch erfahren, dass er am Konzerttag seinen 40jährigen Hochzeitstag hatte, und brachten ihm und seiner Frau ein spontanes Ständchen.

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Gemischter Chor aus Ryugasaki in Japan im Goldenen Buch der Stadt Achern

Einen Sonnenstrahl suchte man über Achern am Samstag, dem 7. Februar 2009, vergeblich - dafür konnte Oberbürgermeister Klaus Muttach Gäste aus dem "Land der aufgehenden Sonne" im Rathaus begrüßen, die sich im Rahmen eines kleinen Empfangs in das Goldene Buch der Stadt Achern eintrugen.

Der Gemischte Chor aus Ryugasaki in Japan befand sich Anfang Februar auf seiner zweiten Deutschlandtournee und hatte sich für den Abend im Ortsteil Gamshurst angesagt, um mit dem dortigen Sängerbund ein deutsch-japanisches Freundschaftskonzert zu veranstalten.

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Oberbürgermeister Klaus Muttach hieß die japanischen Gäste herzlich willkommen und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass ein so hervorragender und versierter Chor den Weg ins Acherner Rathaus gefunden habe.

Zwei kleine Pannen seien bei diesem Besuch zu verzeichnen: Zum einen spiele das Wetter nicht mit - und der Japanisch-Kurs für den Oberbürgermeister sei leider ausgefallen, so Muttach mit einem Schmunzeln. Er verspreche aber, bis zum nächsten Besuch des Chores sein Japanisch aufzubessern.

Verständigungsprobleme gab es dennoch nicht, denn alles wurde sofort für die Gäste und Gastgeber in die jeweilige Landessprache übersetzt.

So auch ein Brief des Bürgermeisters von Ryugasaki, den Toshiaki und Hisako Ohata überreichten. Darin wurde die japanische Stadt und Region vorgestellt und die Freude des Bürgermeisters über diesen Besuch und das Konzert zum Ausdruck gebracht.

Ryugasaki liegt, rund 9.500 Kilometer Luftlinie von Achern entfernt, im Osten des Landes unweit der Hauptstadt Tokio und hat knapp 80.000 Einwohner. Die Geschichte von Ryugasaki reicht rund 1.300 Jahre zurück bis ins 8. Jahrhundert, wo sie Erwähnung in einem alten Gedicht findet.

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Im Rahmen seines Konzerts führt der Chor das Werk "Wallfahrt in Ibaragi" auf, das sich mit diesem geschichtlichen Hintergrund befasst. Es basiert unter anderem auf Volksliedern und wurde 2008 von Ko Mathushita fertig gestellt.

Der Bürgermeister von Ryugasaki wünschte, dass man beim Hören die Energie und Gefühle der Menschen in dieser japanischen Region erspüren und die Landschaft und Kultur verstehen könne. Musik und gemeinsamer Chorgesang mögen ein Symbol des Friedens sein und reiche Früchte von Freundschaft und Frieden mit sich bringen.

Diesen völkerübergreifenden Gedanken von Frieden und Freundschaft konnte Muttach den Sängern mit dem Sprichwort "Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder - böse Menschen haben keine Lieder" untermalen.

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Vor dem Eintrag der Besucher ins Goldene Buch der Stadt wurden Gastgeschenke ausgetauscht. Muttach überreichte als Erinnerung den neuen Acherner Bildband, der anlässlich des Stadtjubiläums erschienen war und den Kalender mit Aufnahmen des Illenau-Areals. Von seinen Gästen durfte der Oberbürgermeister eine Tuschezeichnung aus den Händen des Künstlers entgegen nehmen, die einen Berg zeigt, der in den Liedern des Chors vorkommt. Die Japaner überreichten noch weitere Geschenke, wie eine Figur in landestypischer Kleidung, Fächer und eine japanische Laterne, wie sie einst in den Zeiten genutzt wurde, bevor es die Elektrizität gab.

Nachdem sich die Gäste Ihre Namen in japanischen Schriftzeichen in das Goldene Buch der Stadt Achern geschrieben hatten, stießen die neuen und alten Bekannten mit einem Gläschen Sekt auf das Wiedersehen nach fünf Jahren an.

Bevor die Reise nach Gamshurst weiter ging, bedankte sich der Chor beim Gastgeber mit einem japanischen Lied und, ebenfalls unter Anleitung von Dirigent Yoichi Adachi, mit einem herzlichen "Dankeschön" in deutscher Sprache.

Am Tag nach seinem Besuch in der großen Kreisstadt gab der Chor aus Japan ein Konzert im Weinbrennersaal des Kurhauses in Baden-Baden. Unter dem Motto "Festival des Glücks" sangen die Gäste zu Gunsten des Hospizes Karfarnaum.

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Berichte: Marco Weber

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