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Fledermausschutz und -forschung im Gamshurster Wald

Neben der wissenschaftlichen Systematik, die weitgehend auf den schwedischen Naturforscher Carl von Linnè (1707 – 1778) zurückzuführen ist, kann man  Fledermäuse auch noch anders einteilen, z. B. nach ihrem bevorzugten Lebensraum.

Die eine Gruppe nutzt überwiegend den menschlichen Siedlungsraum und sucht ihre Sommerquartiere in sowie an Gebäuden. Hier werden Dachböden, Verschalungen, Jalousiekästen, aber auch Spalten, Ritzen und Fugen als Unterschlupf genutzt.

Andere Fledermausarten bevorzugen Waldlebensräume. Baumhöhlen und Aufrissspalten, aber auch die Hohlräume hinter abstehender Rinde dienen den Tieren als Quartier.

Nun gibt es in unseren Wälder aber nur noch wenige alte Bäume, gemeint sind solche mit einem Alter von über 120 Jahren. Damit fehlt es auch an entsprechenden Baumhöhlen und Stammrissen.

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Um diesen Mangel ein wenig zu lindern, kann man Fledermauskästen in den Wäldern anbringen. Diese dienen vielen Fledermausarten als Ersatzquartier und erleichtern daneben die wissenschaftliche Arbeit mit den Tieren, denn es ist deutlich einfacher Fledermäuse aus einem Kasten abzufangen als aus einer Baumhöhle. Die Forschung ist notwendig, weil wir zur Biologie und Ökologie von mehreren Arten noch zu wenig wissen.

Im Gamshurster Wald wurden die ersten sieben Fledermauskästen im August 2005 aufgehängt. Das Kastenrevier konnte dann jährlich durch weitere Ersatzquartiere ergänzt werden, deren Finanzierung zum Teil die Stadtverwaltung Achern übernahm. Leider wird diese Artenschutzmaßnahme nicht mehr unterstützt.

Durch Vermittlung des Ortsvorstehers Herrn Morgenstern hat das erst einmal die Gamshurster Jagdgenossenschaft übernommen und sechs Kästen bezahlt. Seit Februar hängen sie nun im Gewann Erlen und werden vielleicht im Sommer von Fledermäusen besiedelt.

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Die ersten Fledermäuse in den Kästen im Gamshurster Wald konnten bereits im August 2007 festgestellt werden. Das waren Kleine Abendsegler (sh. Abbildung), und seitdem nutzt die Art jedes Jahr das Kastenrevier, um dort ihre Jungen zu gebären und großzuziehen.

Im August dienen die Ersatzquartiere dann als Paarungsquartier. Außerdem fand ich auch schon eine Große Bartfledermaus und mit weiteren Arten ist zu rechnen.

Bericht und Fotos:
Dipl.-Ing. Landschaftsplanung
Hans-Werner Maternowski, Bühl

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