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Gamshurst Aktuell

Erster Waldtag in Gamshurst

Zum ersten Gamshurster Waldtag hatten der Verein für Ortsgeschichte und der Ortschaftsrat am Sonntag, dem 15. Mai 2011 eingeladen. Die Idee, die jährliche Waldbegehung mit einem Waldtag für die Bevölkerung zu gestalten, ging auf einen Vorschlag des Revierleiters Markus Gutmann zurück, so Ortsvorsteher Hans Jürgen Morgenstern, der sich bei der Begrüßung am Sonntagmorgen über die große Resonanz freute. Das Rentnerteam des Vereins für Ortsgeschichte hatte zuvor den Grillplatz sprichwörtlich auf Hochglanz gebracht und sorgte gemeinsam mit den Ortschaftsräten für die Bewirtung.

Gleich im Anschluss ging es mit dem Revierleiter auf die erste von zwei geführten Radtouren durch den Gamshurster Wald, wo er an drei Stellen das Waldbild vorstellte umfassende Informationen zur Bewirtschaftung vermittelte. Knapp 100 kleine und große Zuhörer ließen sich in den beidenFührungen vom Förster erläutern, wie eine naturnahe Waldbewirtschaftung von statten geht.

In feuchten Gebieten seien Stieleichen, Eschen und Erlen als vorherrschende Baumarten anzufinden - wo es etwas trockener ist, sind auch Roteichen, Bergahorn oder Spitzahorn angesiedelt.

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Anstelle von Komplettkahlschlag größerer Waldflächen achte man auf eine naturnahe Verjüngung des Waldes, bei der junger und alter Wald auf gleicher Fläche heranwächst. Beim Bewuchs setzen sich die kräftigsten Pflanzen durch, wachsen heran und bilden, unterstützt durch Pflegemaßnahmen, prächtige Kronen, während die schwächeren Pflanzen mit der Zeit verkümmern. Durch wiederkehrende, aber dafür nicht so intensive Durchforstung, erhalte man nach vielen Jahren bei der Ernte qualitativ wertvolles Holz. Anhand der Stärke von Jahresringen einer Baumscheibe veranschaulichte Gutmann wie es sich auf die Stämme auswirkt, wenn durch Pflegemaßnahmen mehr Lichteinfall und bessere Bedingungen für die Bäume geschaffen werden.

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Junge Bäume werden etwa die ersten fünf Jahre mit röhrenartigen Hüllen vor Wildverbiss geschützt - damit kann auf Einzäunungen solcher Pflanzflächen verzichtet werden, in denen sich das Wild frei bewegen und in Brombeeren und anderen Bodenpflanzen äsen kann.

Gutmann hob hervor, dass es wichtig sei, bei der Holzernte die Rückegassen, die sich alle 35 bis 40 Meter befinden, zu nutzen, und andere Bereiche nicht mit schweren Maschinen zu befahren, was zu Folgeschäden führt, da beispielsweise ein verdichteter Untergrund für die Pflanzen zu trocken ist.

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Wie das Waldbild ein Vierteljahrhundert nach der Anpflanzung aussieht, wurde bei einem weiteren Halt vorgestellt - sehr zur Freude der kleinen Mitfahrer, die dort mit der Astsäge aktive werden durften.

An einer Station stieß die Gruppe auf einen Bau, an dem im sandigen Boden wohl kurz zuvor noch "gearbeitet" worden war. Spuren von Fuchs und Dachs ließen erkennen, wer hier gewühlt hatte - aber die Bewohner selbst ließen sich verständlicherweise nicht blicken, als die "Waldtouristen" in der Nähe waren.

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Diesen und anderen Waldbewohnern konnte man jedoch nach der Tour am Grillplatz begegnen. Jagdpächter Jürgen Knopf hatte einige heimische Tierpräparate mitgebracht, die natürlich das Interesse weckten. Gerade die kleinen Besucher nutzten die Chance, mal einem Fuchs furchtlos an die Zähne zu fassen oder einen Dachs zu streicheln. Mit dabei war auch ein Keiler, der, wie zu vernehmen war, sein Leben beim Späthe Kreuz in Gamshurst aushauchte. Er starb jedoch nicht, wie man vermuten könnte, durch die Flinte eines Jägers, sondern war Opfer eines Wildunfalls.

Dieses Wildschein stand Pate für das Quiz: Im Rahmen einer Schätzfrage waren die Gäste gefordert, das Gewicht des Tiers zu erraten, das es zu Lebzeiten hatte: es brachte 78 Kilo auf die Waage.

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Der Hauptpreis, eine Einladung zu einem Abend mit dem Jagdpächter auf dem Ansitz inklusive Essen und Trinken, wurde gleich zweimal vergeben. Der zweite und dritte Preis waren von der Ortsverwaltung gestiftete Gaststättengutscheine.

Rundum, so das Fazit von Ortsvorsteher und den Veranstaltern, kann der erste Gamshurster Waldtag als gelungene und informative Aktion betrachtet werden, die man gerne wiederholen möchte. Der Erlös dieses Tages wird dem Gamshurster Grillplatz zu Gute kommen - dort soll eine Toilettenanlage installiert werden.

Bericht: Marco Weber - Fotos: Verein für Ortsgeschichte, Marco Weber

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