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Hochaltarleuchter erstrahlen in neuem Glanz

Dass auf Kirchenspeichern bei genauem Blick noch der eine oder andere Schatz zu finden ist, zeigte sich zuletzt in Gamshurst. Die Pfarrgemeinde kann sich zum Pfingstfest über neu vergoldete Hochaltarleuchter aus der alten Kirche freuen.

"Ich fand unansehnliche alte Leuchter aus teilweise angegriffenem Holz mit wenig Goldresten", berichtet Pfarrer Michael Keller über seine Entdeckung im zurückliegenden Winter. Auf Vorschlag des Pfarrers befassten sich die Stiftungsräte der Pfarrgemeinde mit den alten Leuchtern und entschieden sich nach ausführlicher Beratung für eine grundlegende Sanierung. Hintergrund, so Michael Keller, war neben dem Abschluss der Kirchenrenovation auch der Gedanke, die Pfarrkirche zu ihrem 85. Geburtstag mit einem besonderen Schatz aus dem alten Gotteshaus aufzuwerten. Diese Kirche aus dem 15. oder 16. Jahrhundert hatte, wie der alte Chorraum, beziehungsweise die heutige Seitenkapelle zeigt, in der Ausstattung eine sehr barocke Ausrichtung und brannte im Mai 1926 nach einem Blitzschlag bis auf die Grundmauern ab.

Restaurator Wolfgang Karle aus Freiburg erkannte die Besonderheit der vier hölzernen Leuchter. "Höchstwahrscheinlich sind das die Hochaltarleuchter der alten Kirche", meinte der Restaurator, der nach einer grundlegenden Reinigung anderweitig kaum zu sehende geschnitzte Engelköpfe über den Füßen der Leuchter fand. Jeder Kopf, so Karle, habe wieder einen anderen Gesichtsausdruck.

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"Cherubim und Seraphim, die Vertreter der himmlischen Engelschöre, gehören sozusagen zum Hochaltarleuchter. Dessen Aufgabe ist ja wie die der Engel ein Dienst am Allerheiligsten und am zentralsten Moment des Gottesdienstes", erläutert Michael Keller. Begeistert ist man, nachdem der Restaurator in sorgfältiger Detailarbeit den grundlegenden Kreidegrund wieder aufgebaut und darüber im sogenannten Polymentgoldverfahren eine Goldschicht aufgebracht hat. 15 Arbeitsgänge seien es genau gewesen, bis er die Leuchter zuletzt mit einem Achatstein poliert habe, erläuterte Karle. Bei sachgerechter Behandlung würden die restaurierten Leuchter ihren beeindruckenden Glanz sehr lange behalten.

Erstmals im Pfingsthochamt, erklärt Michael Keller, der wie die Stiftungsräte auch auf die eine oder andere Spende für die gelungenen Leuchter hofft, werden Cherubim und Seraphim nun wieder ihren Dienst am Altar versehen. Und wenn der Altarraum seine abschließende Form gefunden hat, könnten die Leuchter der alten Gamshurster Kirche an einem Evangeliar wieder wie einst auf dem Hochaltar eine herausragende Funktion bekommen.

Bericht & Fotos: Michael Karle

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