FASNACHT 2019

Gamshurst fest in Narrenhand: Litzlocher Moorhexen nehmen Rathaus im Sturm ein

Ja, man wähnte sich sicher hinter den Barrikaden im Gamshurster Rathaus, aber dies war auch am „Schmutzigen Donnerstag“ ein Trugschluss: Ortsvorsteher Hans Jürgen Morgenstern und sein Gefolge musste sich am frühen Abend der Narrenschar ergeben und den Rathausschlüssel an die Litzlocher Moorhexen abgeben.

Ab sofort zeigt der Narrenbaum vor dem Amtsgebäude, welche „Übergangsregierung“ nun bis Aschermittwoch das Sagen hat. Natürlich nutzte das Ortsoberhaupt noch die Möglichkeit, der närrischen Gesellschaft einige „Sünden“ auf’s Brot zu schmieren: Zwei Gamshurster Musiker hätten beim Vereinsausflug ihr Zimmer gar nicht benötigt, waren sie doch die ganze Nacht auf feuchtfröhlicher Tour und fanden den Rückweg nicht mehr. Die Aktion fand aber noch ein gutes Ende, denn – dank Taxi – waren sie pünktlich zum Frühstück wieder mit ihren Kameraden vereint. Ein anderer, eher zur Fraktion der „Schreibtischtäter“ zu zählen, wollte beim Holzmachen im Gamshurster Wald seine Kraft im Umgang mit der Axt beweisen: „Nach 5 Minuten brach der Stiel – das war der Kraft dann doch zu viel.“ Einige humorvolle Seitenhiebe in Richtung der Nachbargemeinde Wagshurst durften auch nicht fehlen: „In der Zeitung war zu lesen – die Chinesen sind hinter dem Mond gewesen. Bei der Landung aufgeschreckt – haben sie hinter dem Mond dann Wagshurst entdeckt.“ Nach der „Amtsübergabe“ feierte die närrische Gesellschaft noch fröhlich auf dem Dorfplatz weiter. Weiter geht die Fasnacht in Gamshurst am Samstag mit dem Brauchtumsabend der Litzlocher Moorhexen in der Halle, am Montag mit dem Blooserball und am Dienstag mit närrischem Kehraus und anschließender Hexenverbrennung.

Litzlocher Moorhexen füllen zum 20. Mal die Halle Brauchtumsabend in Gamshurst mit tollem Programm

Volles Haus und Feierstimmung bis in die frühen Morgenstunden: Der 20. Brauchtumsabend der Litzlocher Moorhexen in Gamshurst am Samstagabend war erneut ein voller Erfolg. Man merkte, dass die Gäste durch die außergewöhnlich lange Fastnachtskampagne geübt im Feiern sind – es kommt schließlich selten vor, dass dieser beliebte Abend erst im März stattfindet. Gekonnt führte Moorhexe Sabrina Bohnert durch den Abend, der in drei Showblöcken die richtige Würze in den Hexenkessel brachte. Es bot sich ein Augenschmaus vom feschen Gardetanz bis hin zu akrobatischen Einlagen bei den Auftritten der 3/4 Narren Schwarzach, der Hundsbacher Tannenhexen, der Bühler Quetscheteufel, der Schwarzwaldhexen Bühlertal, und den Showtanzgruppen TTV Weiß-Blau Kehl, Wild Bunch, Beat Bouncer, Flying Steps, Chaos Crew Erlach und der TFG Önsbach. Zwischen Showtänzen und Guggenmusik-Sound legte DJ Markus Milke von der Disco Showtime auf, damit in der ganzen Halle kräftig getanzt werden konnte. Die „Bläch Forest Guggys“ nahmen zum donnernden Finale des Programms die Bühne in Beschlag und gaben mit ihrer Auswahl an Stimmungskrachern ordentlich Druck auf die Ohren. Nach dem Programm feierten die Moorhexen und ihre Gäste noch lange bei Partymusik aus der Konserve in der Halle und der Hexenbar im Foyer weiter. Das Team um Oberhexe Mario Müller freut sich heute schon auf den nächsten Brauchtumsabend: Dann ist Jubiläum, denn die Litzlocher Moorhexen feiern 2020 ihr 22jähriges Bestehen.

Neue Musikerhüte und Remis beim SuperstarfinaleBlooserball des Musikvereins mit buntem Programm

Volles Haus bei närrischem Programm, bester Laune und Musik: Der Blooserball des Musikvereins Gamshurst am Rosenmontag in der „Muhrgrundelhalle“ war eine Punktlandung. Gekonnt moderierte Michael Kienzle durch den Abend und durfte einige Highlights auf der Bühne präsentieren – unterstützt von Günther Lorenz, der bei der Vergabe der vielen Fastnachtsorden an die Akteure half. Mit Showtänzen boten sowohl die Gruppen „Fancy“ und „Passion“ der TFG Önsbach als auch die „Mondglunkerle Widdenung“ und die Gamshurster Tanz-AG einen Augenschmaus und durften allesamt nicht ohne Zugabe von der Bühne. Das „emanzipierte Männerballett“ der Önsbacher Hellaue – in diesem Jahr mit doppelter Damenunterstützung – setzte optisch mit einem heißen Rhythmus-Medley vor allem für die Damenwelt noch einen drauf. Für kräftig schrägen Blech- und Trommelsound war gesorgt, als die „Letzten Heuler“ aus Sasbachried zur Bühne zogen und eine kräftige Portion Fastnachtskracher ertönen ließen. Zwei Musikerinnen, die sich schon seit 25 Jahren für den Verein abrackern (Melanie Federle und Melanie Renschler) trafen sich unverhofft auf dem Bahnhof und klagten sich gegenseitig das Leid – gespickt mit einigen Episoden aus dem Gamshurster Musikerleben. Da war der vergessene Koffer mit der Abendgarderobe auf einer Busreise, der per Auto nachgeliefert werden musste – und die nächtliche Tour zweiter Musiker auf einem Ausflug an den Bodensee, die bis zum nächsten Morgen dauerte. Zu erfahren war auch, dass die Musiker neue Hüte bekommen sollen: Weil die Störche grundsätzlich etwas fallen lassen, wenn die Gamshurster ein Platzkonzert auf dem Kirchplatz geben, gibt es künftig Hüte mit Riesenkrempen, die den ganzen Mist auffangen können. Und um die gefiederten Artgenossen ging es auch, als sich herausstellte, warum Melli und Melli sich am Bahnhof trafen: Ihre kürzlich erhaltenen Bundesverdienstkreuze sollten nämlich in Berlin ausgetauscht werden – darauf soll künftig kein Adler, sondern ein Storch prangen! Zu vorgerückter Stunde hatten die „Litzlocher Moorhexen“ mit ihrem Knechtetanz ein Heimspiel auf der Gamshurster Narrenbühne – zur Zugabe „robbte“ die komplette große Hexenschar. Für Aufsehen sorgte auch die Gamshurster Frauengruppe, die mit Demo-Schildern, Liegestühlen und Strandequipment in die Halle zog, um der Forderung nach einem Badestrand am Gamshurster Baggersee Nachdruck zu verleihen. Moderator Kienzle durfte noch einen ganz besonderen musikalischen Höhepunkt präsentieren: Das Finale von „Gamshurst sucht den Superstar“ wurde live auf der Bühne ausgetragen: Ortsvorsteher Hans Jürgen Morgenstern und Gattin Manuela gingen mit „Im Wagen vor mir“ in die Abstimmung, während Ortsvorsteher-Stellvertreter Andreas Federle mit charmanter weiblicher Begleitung „Resi, i hol‘ di mit mei’m Traktor ab“ intonierte. Es blieb bei einem Unentschieden – dafür gab’s mit Unterstützung des Duos Marion und Michael noch ein „Rot sind die Rosen“ und „Ich bin ein Dorfkind“ aller Akteure obendrauf. Marion und Michael zogen mit einem abwechslungsreichen musikalischen Live-Programm über den ganzen Abend zwischen den Programmblöcken Tanzbegeisterte wie ein Magnet auf die Tanzfläche: Genau so soll die Fastnacht sein. Am Dienstag gingen die närrischen Tage dann zu Ende: Nach dem Acherner Umzug gab es nochmals Musik, Auftritte und fröhliches Beisammensein in der Gamshurster Halle – bis dann traditionell am Abend die Hexenverbrennung der Litzlocher Moorhexen auf dem Programm stand.

Texte und Bilder: Marco Weber

Fasnacht 2019

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